Umbau Haus Khedoori Weber
Das bestehende zweigeschossige Einfamilienhaus mit unterirdischer Garage befindet sich im durchgrünten
Wohngebiet am Zürichberg und wurde vom Bauherrn vorerst mit seiner ersten Familie bewohnt. Das Haus wurde 1964 vom Zürcher Architekten Edwin Schoch als Teil
eines Gebäudeensembles gebaut und gilt als Zeitzeuge des Einfamilienhausbaus der Nachkriegsmoderne.
Das Umbauprojekt umfasst die Vergrösserung des oberirdischen Gebäudevolumens um 80 cm gegen Süden, wodurch im Obergeschoss neu vier anstatt wie bisher
drei Schlafzimmer untergebracht werden konnten. Damit konnten die Anforderungen für die 5-köpfige Patchworkfamilie für ein Zuhause mit spezifisch auf sie
zugeschnittenem Charakter geschaffen werden.
Ausserdem wurde für die neue Bewohnerin, die international tätige Künstlerin Rachel Khedoori, eine unterirdische Erweiterung für ein grosszügiges Atelier geschaffen,
sowohl energetische Sanierung durch Erdsondenwärmepumpe inkl. Free-Cooling umgesetzt.
Insbesondere der Wunsch der Bauherrschaft nach geschosshohen Fenstern führt zu einem neuen Gebäudeausdruck. Vertikale Drehlamellen aus Aluminium-Hohlprofilen,
welche als Sonnenschutz flexibel angeordnet werden, tragen der exponierten Lage gegen Süden Rechnung, die das Haus im Sommer unerträglich aufheizen würde.
Das gesamte Haus wird neu aussen isoliert und mit einer hinterlüfteten, dünnen Aluminiumblech-Fassade eingekleidet,
die eine lebendige, leicht wellige Oberfläche bildet. Dies ist eine Hommage an das Aluminium House von A. Lawrence Kocher und Albert Frey erstellt 1931 in Kalifornien,
wo Rachel Khedoori länger wohnte. Die Materialwahl und Formensprache, greifen Themen der Architektur der Nachkriegsmoderne auf wie beispielsweise aerodynamische
Formen aus der Flugindustrie.
Innen werden mehrheitlich einfache, roh belassene Materialien eingesetzt, welche für ein unprätentiöses, jedoch visuell anspruchvolles, ästhetisches Materialkonzept stehen.
Die roh belassenen Weissputz Oberflächen der Wände und die Kupferelemente des Cheminées, der Küche und der Griffe der Schreinermöblel lassen Spuren des handwerklichen
Prozesses sichtbar und bekommen über die Zeit eine dem Material gerechte Patina. Farbig gestrichene Wände in den Bädern, sowohl farbige Einbaumöbel setzen atmosphärische
Akzente. Die Nichtperfektion wird bewusst inszeniert und kann als Kommentar auf die heutige Fixierung auf Perfektion, insbesondere in der Investorenarchitektur, gelesen werden.