Zweifamilienhaus am Zürichberg

Auf dem Grundstück befand sich ein parkähnlicher Garten, der zum im Norden gelegenen Wohnhaus gehörte, das ebenfalls im Besitz der gleichen Familie ist. Um die Erinnerung an den Park zu erhalten, wurde der Neubau konzeptionell «pavillonartig» ausgebildet und nicht wie ein weiteres behäbiges Zweifamilien­haus, wie sie im Quartier üblich sind. Der langgezogene Neubau mit leichtem, luftigen Ausdruck wird durch eine üppige Bepflanzung auf dem Dach, aber auch durch die Umgebungsbepflanzung, die den Bau in Zukunft umgeben wird, sich mit der Umgebung verschränken. Das Bewusstsein für Ökologie und Nach­haltigkeit, natürliche Materialien und ein angenehmes Raumklima waren von Anfang an zentrale Anliegen der Auftraggeber, die der Neubau fast schon didaktisch aufzeigt. Er spiegelt die aktuellen dringenden Themen und möchte aufzeigen, dass sich auch in einem eher konservativ körnigen Bebauungskontext dieses Quartiers ein Gebäude mit ausladenden Vordächern, die eine nachhaltige, sensible Konstruktion schützen, möglich ist. Die tektonische Schichtung der Geschossplatten, aufliegend auf sichtbaren aus­kragen­den Unterzügen, verleiht dem Gebäude etwas über dem Boden «Schwebendes», oder erinnert an einen Flussdampfer. Die massiven Wände aus Hanfbeton entwickeln von nahem einen archaischen, vormodernen Ausdruck, der den sonstigen, additiv gestapelten Konstruktionscharakter kontrastiert und überhöht. Die Verschmelzung von sich vordergründig widersprechenden Bauweisen möchte einen Weg aufzeigen, der sowohl den Errungenschaften der Moderne Rechnung trägt, diese aber durch nachhaltige Materialisierung aufwertet und zeitgemäss macht.

Projektteam: Gabrielle Hächler, Andreas Fuhrimann, Lukas Schlatter